Anforderungen


Damit Sie nachvollziehen können, weshalb SDTP über gewisse Funktionen verfügt, sollte zunächst geklärt werden, welche Eigenschaften ein Protokoll zur sicheren Kommunikation haben muss, und, wie der Begriff "sicher" in diesem Kontext definiert ist. Zu beachten ist die unterschiedliche Definition der Begriffe Nachricht und Mitteilung, die im Alltag synonym sind. Die Mitteilung sind die Daten, welche der Absender an den Empfänger versenden möchte, während die Nachricht die vermeintlichen Daten sind, in der die Mitteilung versteckt ist. Unter der Aussage, dass SDTP sicher ist, wird nachfolgend verstanden, dass es folgende Eigenschaften aufweist:

- Wird eine Nachricht bei der Übertragung zufällig (etwa durch Streulicht im Glasfaser) oder absichtlich (etwa bei Zensur) beschädigt, kann der Empfänger, je nach Schwere des Schadens, die Mitteilung trotzdem verstehen, oder den Fehler nachweisen

- Es ist ohne zusätzliches Risiko möglich, die Nachricht allgemeinzugänglich zu veröffentlichen, um Empfängeranonymität zu gewährleisten

- Die Mitteilung ist durch Verwendung von Kryptografie so modifiziert, dass ein unbefugter Abfänger der Nachricht sie nicht verstehen kann

- Wegen des Einsatzes von Steganografie ist es ferner nicht möglich, die Existenz der Mitteilung nachzuweisen, und die Nachricht erregt nicht den Anschein, dass die Mitteilung eingebettet wurde

- Ein Absender der Mitteilung hat gegenüber dem Empfänger die Möglichkeit, sich zu identifizieren, sodass der Empfänger prüfen kann, ob er es tatsächlich mit dem Empfänger zu tun hat.

Ausdrücklich keine Anforderung an SDTP ist die garantierte Zustellung der Mitteilung, da dies nicht von SDTP abhängt, sondern von der Telekommunikationsmethode, über welche SDTP verwendet wird. Ein Extrembeispiel zur Veranschaulichung: Als Flaschenpost wird eine Nachricht mit weitaus geringerer Wahrscheinlichkeit den Empfänger erreichen, als bei einem Telefax mit Empfangsbestätigung.